Übersichtskarte

Die älteste Stadt Amerikas!!

Donnerstag, 31.07.2014

Und keiner scheint von ihr gehört zu haben! Jährlich wird massenweise Werbung für Machu Picchu veröffentlicht, doch Caral ist und bleibt unbekannt!

Die heilige Stadt Caral-Supe ist ca. 5000 Jahre alt, besteht aus 9 Pyramiden in 50 Hektar Umfeld und ist die Wiege der Andenzivilisation! Seit den Ausgrabungen im Jahre 1996 hat man nur Fischgräten, Schneckenhäuser und Muscheln von Tieren, die auch im Amazonasgebiet vorkommen sowie zwei Kinderskelette gefunden. Außerdem wurden keine Waffen gefunden, was darauf schließen könnte, dass es damals noch friedlich zuging! Man weiß leider nicht viel über diese Stadt! Noch nicht einmal wo sie die Steine hergeholt hatten.

Doch wenn man durch diese sandbedeckte Wüstenstadt läuft, mit bunten Fähnchen und Plastikplanen auf den noch halb vergrabenen Pyramiden, fragt man sich: Wieso haben scheinbar alle Zivilisationen in dieser Zeitspanne Pyramiden gebaut? In Caral munkelt man, dass sie versuchten die Hügel und Berge nachzuahmen da ihrer Meinung nach die Berge Götter repräsentierten.

Die Hauptpyramide, die wohl dem wichtigsten Priester gehörte, und die größte Pyramide, die 160 m lang, 150 m breit und 18 m hoch ist, haben beide eine große runde Steinplattform am Eingang der Pyramide. Bei der größten Pyramide handelt es sich wohl um etwas wie ein Amphitheater, denn die Archäologen haben eines Morgens im Zentrum der Plattform Musik abgespielt und es war laut und deutlich bei den restlichen 8 Pyramiden zu hören! Einfach unglaublich! Wie haben die das damals nur kalkuliert??! Wieso wissen wir nur so wenig über unsere Geschichte? 

 

 Die Aussicht von oben!

 Die Hauptpyramide mit ihrer runden Steinplattform  

 Die größte Pyramide der Hauptstadt mit dem Amphitheater    In diesen Häusern haben damals der Priester und seine Familie gelebt, dem die Pyramide im Hintergrund gehörte

 Dieses schneckenförmige Zeichen ist nur zu erkennen wenn man den Stein mit etwas Sand verdeckt! Noch weiß man nicht seine Bedeutung!

 Die Sonnenuhr ...

 ... und der Astro-Kalender dürfen natürlich nicht fehlen! 

 Super Infrastruktur für einen perfekten Feuerplatz!

 Die Hauptstadt wurde in der Wüste aufgebaut, doch nicht weit entfernt befindet sich das Tal Rio Supe mit seiner üppigen Vegetation! Dort wurden auch weitere Pyramiden (ich glaube 23) gefunden die in der gleichen Zeitspanne gebaut wurden!!

 

 

Huaraz und die kalten 3000m Höhe

Mittwoch, 30.07.2014

Huaraz befindet sich in den Anden somit wir uns wieder mal auf 3000m Höhe befinden. Allein die ersten 10 von den 65 Stufen vom Hostel hoch zur Hauptstraße lassen uns ordentlich nach Luft schnappen!  Die Stadt ist von hinreißenden schneebedeckten Bergen umgeben und bietet einige Wanderrouten zwischen 4000 und 5000 m Höhe mit glasklaren Lagunen! 

Leider erkältete ich mich gleich am zweiten Tag und steckte Manos am dritten Tag an, sodass wir die Wanderrouten im Parque Nacional Huascarán erstmal außen vor ließen und stattdessen nur die nahegelegene Laguna Wilcacocha besuchten  

   

Aber wir kommen bestimmt noch mal nach Peru!!  Es heißt schließlich, dass der Nationalpark die schönsten Aussichten in den ganzen Anden bietet!!

Trujillo und die Moche-Kultur

Mittwoch, 23.07.2014

Trujillo ist die drittgrößte Stadt in Perú, doch davon bekommt man kaum etwas mit. Das Zentrum besteht aus der typischen Plaza de Armas (wie in jeder peruanischen Stadt) und der Einkaufsmeile. Auch hier sind wir nur zwei Nächte geblieben um dann weiterzudüsen :) 

In der näheren Umgebung gibt es zwei große archäologische Stätten: Chan Chan und Huaca del Sol y de la Luna! Das Ticket für Chan Chan gilt für drei Tage da sich die Stätte über ein großes Gebiet ausbreitet. Das ist auch der Grund weshalb wir stattdessen "nur" Huaca del Sol y de la Luna besucht haben bzw. Huaca de la Luna da an Huaca del Sol noch ausgegraben und recherchiert wird! 

Hierbei handelt es sich um zwei Flachdachpyramiden die zwischen 50 und 800 n.C. gebaut wurden indem die Moches damals einen Tempel auf den anderen erbaut hatten. Die Struktur war immer dieselbe und scheinbar auch die Malereien ihrer verschiedensten Götter  (das ist der allgemeine Gott Aia Paec). Jedes Mal wurde der alte Tempel mit hart erarbeiteten Lehm- und Strohziegeln gefüllt um anschließend den neuen Tempel oben drauf zu erbauen     

Insgesamt besteht die Pyramide Huaca de la Luna mit dem großen Marktplatz und der riesigen Rampe aus fünf aufeinander gebauten Tempeln! Was die damals alles für ihre Götter vollbracht haben!  Es wurden leider auch viele Menschenopfer gebracht um die Götter zu besänftigen. Der Moche der während des Zweimannkampfes in der Wüste verlor, wurden all seine Kleidungsstücke und Waffen entnommen um anschließend zurück zum Tempel gebracht zu werden wo er wieder aufgepeppelt wurde. Und jetzt kommt das Schlimmste! Sobald der Krieger wieder auf die Beine kam wurde er mit einem einzigen Hieb auf den Kopf hingerichtet, ausgeblutet und das Blut hat der Priester auf dem Podest in einem Kelch entgegengenommen und es den Göttern gereicht   (der Podest auf der linken Seite)

Ich sollte noch hinzufügen, dass zwischen Huaca de la Luna und Huaca del Sol die einfachen Menschen wie Bauern und Fischer wohnten  (im Vordergrund erkennt man noch die Lehm- und Strohziegel der Häuser und im Hintergrund kann man Huaca del Sol bestaunen). In Huaca de la Luna herrschten die Priester und führten die Opfergaben durch. Doch als um 600 n.C. die Meeresströmung El Niño besonders stark war und die Fischer keine Meerestiere nach Hause brachten, fingen die Bewohner an der administrativen Seite der Stadt zu vertrauen, den Herrschern der Huaca del Sol

   Im Hintergrund könnt ihr die fünf unterschiedlichen Außenfassaden des Tempels entdecken! Die unterste Malerei stellt die Situation nach dem Zweimannkampf dar. Und zwar bringt der Gewinner den Verlierer zum Tempel. Und ab der dritten Malerei sind einige Moche-Götter abgebildet.

Chiclayo, die Konsumstadt an der Küste

Montag, 21.07.2014

Die Einwohner von Chiclayo scheinen ziemlich verrückt nach Schuhen zu sein denn es gibt hier Schuhgeschäfte an jeder Ecke, ohne Witz!  Die Stadt hat mindestens zwei riesige Supermärkte und der Verkehr ist ein Chaos! Aber nach dem Städtchen Chachapoyas und den 9 Tagen in der Natur wäre uns wahrscheinlich jede Stadt groß, laut und schmutzig vorgekommen  Die Menschen standen hier vor den Banken schlange! Ob es was umsonst gab? Kein Schimmer! Wir sind schnell weiter, etwas gestresst von der Menschenmasse und dem kontinuierlich hupendem Verkehr. 

Am zweiten Tag haben wir ein colectivo (das sind Minibusse mit ca. 15 Sitzplätzen die als öffentliche Transportmittel genutzt werden) nach Pimentel genommen, in der Hoffnung am Strand etwas Ruhe zu finden   Dort haben wir Sanddünen und tolle Wellen vorgefunden!    Außerdem einen langen Holzsteg der damals von vielen Booten und Schiffen genutzt wurde. Die Ware wurde mit Hilfe von Schienenwagen, wenn nicht sogar von einem kleinen Zug, von A nach B befördert  Auch die kleinen Rohrstockbötchen waren beeindruckend! Damit gehen die Einwohner heute noch fischen!  

Am nächsten Tag haben wir das Museo Arqueológico Nacional Brüning und das Museum der Königsgräber von Sipán besucht. Im letzteren Museum war es nicht erlaubt Fotos aufzunehmen, nur von außen   

Aber im Museum Brüning haben wir einige interessante Sachen gefunden...

 So hat sich der König von Sipán geschmückt 

 Der Ziegenkopf sieht dem satanistischen Baphomet sehr ähnlich!  

   = Gigantische Figur (60m) hergestellt aus unterschiedlich farbigen Steinen am Rande eines Bergs. Representiert eine Gottheit, katzenartiger Eulenmensch. Da bleibt einem doch glatt die Spucke weg! Wie kamen die Einwohner auf so eine Abbildung?!

 Das ist ein Krug aus dem die Einwohner damals getrunken haben. Die Form des Kopfes ähnelt einer Gasmaske sehr. Spekulationen willkommen!  

 Auf diese Weise haben sie damals in "Massen" produziert. Schaut euch die Form der Augen mal genauer an! 

Abenteuer-trekking: von Conila nach Kuelap

Montag, 07.07.2014

Tag 1 und 2

Es ist so wahnsinnig wunderschön hier! So naturbelassen und friedlich, dass man meinen könnte es gäbe keine Großstädte in denen man Mundschutz tragen sollte geschweige denn Flugzeuge oder überhaupt Zivilisation! Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wie im Bilderbuch, nur dass da die 20 kg auf dem Rücken nicht erwähnt wurden 

Als erstes haben wir uns von Lámud nach Conila fahren lassen wo wir hofften ein Mittagessen ergattern zu können bevor wir mit unseren 50 kg losmarschieren würden. Nun stellte sich heraus, dass Conila nur aus einem kleinen Marktplatz, zwei kleinen Geschäften und ca. fünf bewohnten Häusern bestand. Die Hoffnung war dahin. Doch als wir in dem einen "Tante Emma" Laden noch ein paar Kleinigkeiten einkauften, wurde uns noch eine volle Tüte mit mote (weißer gekochter Mais) mitgegeben. Als wir das Dorf mit den coca kauenden Farmarbeitern verließen wurde uns mit großen Augen nachgeblickt. Es scheint wohl nicht all zu oft jemand von Conila nach Congón laufen zu wollen. 

Und dann ging es bergauf. Der Rucksack wurde immer schwerer und die Luft blieb mir immer öfter weg. Mir schien es als würden wir nach jeder erfolgreich erklommenen Steigung Pause machen.  Doch als wir unser Zelt gegen 17:00 Uhr aufschlugen hatten wir bereits ca. 5 km hinter uns gelassen.  Und ich sag euch was: wir hatten zwar nur Reis mit Linsen und einer Möhre zu abend aber es hat wunderbar geschmeckt!  Diese erste Nacht im Zelt war die feuchteste in meinem Leben. Erst fiel mir das Einschlafen schwer, da wir neben der Sandstraße unser Lager aufgeschlagen hatten und diese wider erwarten nachts noch befahren wurde. Meine Befürchtung, dass sich jemand einen Scherz mit uns erlauben könnte, blieb aus. Und Manos, der gute alte Schnorchler, hatte seinen Weg bereits lange vorher ins Traumland gefunden  

Am nächsten Morgen sahen wir, dass unsere Kartonunterlage im Zelt, die uns eigentlich gegen die Kälte schützen sollte, größtenteils durchweicht war. Kein Wunder, dass uns in der Nacht so kalt war! Nach einem gut durchzuckertem Frühstück (oh yeah!!) und einem heißen Tee mit Coca-Blättern  (hilft bei Anpassung der Höhe) packten wir unsere sieben nassen Sachen zusammen und liefen zügig los damit uns bei dem neblig-kaltem-feuchten Wetter endlich wieder richtig warm wurde. Am Anfang verlief alles reibungslos bis uns gesagt wurde, dass wir von der schön freien Straße in einen kleinen Trampelpfad biegen sollten. Eine "kleine" Abkürzung denn sonst würden wir das doppelte an Zeit brauchen, hieß es. Dieser Pfad hatte es echt in sich! Wenn wir mal nicht über große Steine gestolpert sind oder unsere Füße in Fützen oder im Schlamm versunken sind, durften wir den Pfad zwischen Gräsern und Sträuchern suchen, nie sicher ob wir in die richtige Richtung stolperten  Aber es zahlte sich definitiv aus! Aber so-was von! Wir dachten schon der Berg würde gar kein Ende mehr nehmen! Nach jeder großen Steigung erwarteten wir endlich oben zu sein, doch der kleine Weg fand jedes Mal erneut einen Berg um den er sich im zig-zag hochschlängeln konnte *hahaha*

Aber dann waren wir oben!! So nah an den prall gefüllten Wolken, dass wir sie fast schon berühren konnten! Und der Blick in die Tiefe war ENT-ZÜCK-END! Es hatte uns die Sprache verschlagen! Die unterschiedlichsten Grüntöne schienen um die Wette zu eifern! Zwischen den dunkelgrünen Bergen, wo freilaufende Kühe friedlich grasten, stach das giftgrüne Tal hervor in dem sich der ruhig dahin blubbernde Fluss in Richtung Norden wand. Es war einfach zu schön um wirklich wahr zu sein!    Und ab jetzt ging es nur noch bergab  Bergab bis die Knie schmerzen!  *hahaha* Doch das Tal wollte einfach nicht näher kommen und uns überkam im erneuten Regenschauer ein Mordshunger. Wir also den Zeltüberwurf provisorisch aufgestellt und Brot mit Käse und Makrelen aus der Dose verzehrt während Farmer mit Hunden, Pferden, Eseln und Bullen an uns vorbeizogen. 

 

Unten angekommen erwartete uns ein sauber wirkender Bach, wo wir unseren Kanister auffüllten, und außerdem zwei neugierige Kühe mit spitzen Hörnern.  Ich glaube wir wussten alle vier nicht ganz recht was wir machen sollten. Als ich mir halb hinter meinem Rucksack mein Schuh zuband stellte sich die eine Kuh so hin, dass sie mich besser beobachten konnte!  Sie kamen uns noch einige Schritte hinterher getrottet, doch da sie mehr oder weniger ruhig wirkten (bei diesem teuflischem Blick weiß man nie) sind wir weitergelaufen.

Und da war er: der Tal mit seinem glänzend blauem Fluss und seinen wilden Pferden die zerstreut herumstanden und grasten.  Vor lauter freier Fläche konnten wir uns gar nicht entscheiden wo wir unser Nachtlager aufschlagen sollten. Eine ganze halbe Stunde verging bis wir uns für ein nettes Plätzchen in der Nähe vom Fluss entschieden.  Das dezente Froschkonzert war bewundernswert. Kennt ihr diese Frösche aus Holz mit einem Loch und dem gehubbeltem Rücken? Kennt ihr diesen Klang wenn man mit dem Holzstöckchen über den Rücken fährt? Nun, schlagt noch zusätzlich sachte mit dem Stöckchen gegen den Frosch, stellt euch vor es sind etwa drei Grillen und ein kreischender Vogel in eurer näheren Umgebung und ihr seid im Tal von Huaylla Belén.

Tag 3

Da wir gestern kein richtiges Mahl zu uns genommen hatten, haben wir heute Vormittag Fussili mit weißer Sauce gefrühstückt. Soo lecker! Doch die Mahlzeit lag so schwer im Magen, dass wir bis mittags gar nicht in die Puschen kamen.    Gegen 13:00 Uhr hatten wir dann endlich alles zusammengepackt und sind gen Süden marschiert, wo in der Ferne ein Lehmhaus zu sehen war. Wir hofften, dass wir dort nach dem Weg fragen könnten doch wir fanden das Haus leer vor. Mit der Gewissheit, dass wir mit Hilfe der kleinen Landkarte aus dem Turistenbüro in Chachapoyas unseren Weg nach Congón finden würden, sind wir weiter den Fluss aufwärts gelaufen. Bis wir vor einer dichten Vegetationswand standen. Wir gingen ein Stück zurück und versuchten den Fluss zu überqueren, doch auch das schien unmöglich. Somit blieb uns nur eine Wahl: den Fluss wider abwärts zu laufen bis wir einen eindeutigen Weg Richtung Süden finden. Nach einer Weile entdeckten wir tatsächlich einen roten Trampelpfad weiter hinten in den Hügeln auf der anderen Seite des Flusses. Also zog Manos seine, von all den überquerten Bächen, bereits nassen Schuhe aus, krempelte seine Hose hoch und überquerte den Fluss. Dieser reichte ihm bis zu den Knien sodass ich außerdem noch meine Jeans ausziehen musste.  Drüben angekommen machten wir uns gleich auf die Suche nach dem Trampelpfad. Vorbei an stacheligen Brombeersträuchern und über kleine Flüsse gelangten wir an ein verschlossenes Holztor. Da wir aber vom Pueblo de los Muertos wussten, dass man fur einige archäologische Stätten einen Schlüssel braucht, sind wir davon ausgegangen, dass wir den Weg zu La Pirquilla gefunden haben.  Wir fanden eine Stelle um den Stachelzaun zu überwinden und liefen weiter bis wir ein privates Grundstück mit einem Lehmhaus, Bullen und Kühen vorfanden. Auf dem Trampelpfad hatten wir keine Abzweigung entdeckt, der Weg führte geradewegs zu diesem Grundstück. Sehr verwundert und immer noch in der Hoffnung, dass wir richtig waren, riefen wir nach dem Farmer, der aber nie auftauchen sollte denn das Haus war unbewohnt. Wir sind trotzdem über die hölzerne Absperrung geklettert (wir sind ja schließlich nicht in Texas!)  und sind zügig auf den nächsten Hügel gestiegen in der Hoffnung den Weg nach Congón von oben zu entdecken, aber keine Chance! Einen dichteren Wald umsäumt von hohen Bergen habe ich selten gesehen! Da es schon dunkel wurde beeilten wir uns den Berg runter zu schlittern und haben anschließend, nach kurzem Zögern, unser Zelt im offenen Lagerhäuschen aufgebaut.  Diese Nacht habe ich sehr unruhig geschlafen. Natürlich hatten wir uns nicht komplett verlaufen, aber den Weg nach Congón hatten wir auch nicht gefunden und ich bezweifelte, dass wir den Pfad den wir runter in das Tal genommen hatten wieder hochkraxeln könnten. Der war beim Abstieg schon schwierig gewesen...

Tag 4

Nach einigem Grübeln und simplen Skizzen kam ich zu dem Entschluss, dass die Straße nach Congón flussaufwärts sein müsste und nicht flussabwärts wie auf der Landkarte abgezeichnet. Ich durchsuchte meine Fotos die ich vom Bergzipfel aufgenommen hatte und siehe da! Die Straße schlängelte sich flussaufwärts, am anderen Ende des Tals, an den Bergen entlang in Richtung Süden! Das müsste sie sein!!  Somit zogen wir unsere noch nassen Klamotten schnell an, aßen das letzten Brötchen, packten alles zusammen und zogen los. In der Zwischenzeit hatte Manos uns über GPS geortet und es schien einen kleinen Pfad auf der anderen Seite des Berges zu geben. Also machten wir uns erst mal auf die Suche nach dem Pfad, doch nach zwei Stunden hatten wir immer noch nichts entdeckt und ich wurde langsam nervös. Ich konnte es plötzlich kaum erwarten in die Zivilisation zu kommen! Oder wenigstens mit Sicherheit wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind!  (Später haben wir dann erfahren, dass es den eingezeichneten Pfad bei GPS überhaupt nicht gibt! Tipp: Technologie und das alles ist ja schön und gut aber verlasst euch nicht 100% drauf! Richtet euch lieber nach dem altbewährten Kompass )

Somit sind wir also den ganzen Weg zurück zum Tal und anschließend den Fluss aufwärts gestapft. Ich hoffte nur, dass ab jetzt alles gut ging! Wir hatten zwar noch etwas Reis, eine Tüte Nudeln, Brühwürfel und eine Möhre aber wir wussten ja nicht wie lange es noch bis nach Congón war! Kennt ihr das Phänomen wenn das Essen und Trinken rar wird? Allein bei dem Gedanken bekam ich auf ein mal einen tierischen Hunger und die Zunge schien mir auch ständig am Gaumen zu kleben 

Und der Weg gestaltete sich schwieriger, viel schwieriger, als erwartet!! Wir mussten uns größtenteils selbst einen Weg durch das dichte Gestrüpp bahnen. Die Sümpfe mit ihren hohen Gräsern taten ihr Bestes um uns nicht passieren zu lassen, sodass wir jedes Mal nach einem Ausweg suchen mussten während die Brombeersträucher uns schmerzlich versuchten zurückzuhalten. Aus diesem Grund mussten wir drei Mal den großen Fluss überqueren und sind dennoch oft im Schlamm gelandet. Manos ist ein Mal sogar knietief im Schlamm versunken, danach hatte er seine Schuhe, um den Fluss zu überqueren, nicht mehr ausgezogen.       

Je länger wir liefen desto mehr befürchtete ich, dass die Entdeckung der Straße auf dem Foto eine Halluzination gewesen war. Oder hätten wir vielleicht irgendwie anders laufen müssen? Außerdem fanden wir Knochenreste von Kühen und anderen Tieren auf dem Weg, was die Stimmung nicht grade hebte.  Doch dann endlich sahen wir eine kleine Hütte, noch mehr Kühe und einen hellen Streifen am Ende des Tales. Meine Güte, waren wir erleichtert!! Und plötzlich auch so erschöpft! Am Straßenrand fanden wir auch ein einfaches Landhostel wo wir zu einem Cocatee und Früchten eingeladen wurden. Der Peruaner erzählte uns dann, dass es nach Congón noch 6 Stunden zu Fuß wäre wenn wir die Abkürzung über die Berge nehmen würden die auch gut ausgeschildert ist. Nach langem Überlegen ob wir nicht vielleicht doch die Straße nehmen sollten (um auf der sicheren Seite zu sein) oder unseren Plan das alles zu Fuß zurückzulegen über den Haufen schmeißen sollten und einfach den nächsten Minibus nach Congón nehmen sollten. Oder sollten wir eine Nacht im Hostel bleiben? Nun, es schien nur ein Schlafsaal zu geben und das Pärchen hatte zwei Kleinkinder... Somit entschieden wir uns fürs weiterlaufen! Je näher wir Congón heute kamen desto weniger mussten wir morgen zurücklegen! 

Jeder von uns mit einem zuckerhaltigem Getränk in der Hand machten wir uns erneut auf den Weg und fanden bald den Pfad der mit einer provisorischen Landkarte ausgeschildert war.  Da es schon spät wurde schlugen wir unser Zelt auf und kochten Nudeln mit einem Brühwürfel. Und es schmeckte zauberhaft! Denn wir waren endlich auf dem richtigen Weg! Wir spielten sogar Karten und scherzten herum  Es tat so gut!

Tag 5 und 6

Ich wachte relativ früh auf und machte mich gleich auf die Suche nach einem Zugang zum Fluss um den Kanister zu füllen. Und nach dem recht kargen Frühstück packten wir alles zusammen  und zogen frohen Schrittes los! Heute würden wir in Congón ankommen! Endlich!  

Am Anfang war der Pfad einfach zu bewältigen. Bis es nur noch bergauf ging! Glücklicherweise war es nicht rutschig, sodass wir, bis auf die kurzen Verschnaufpausen, gut vorankamen. Nach dem Erlebten waren wir uns hin und wieder unsicher ob wir noch auf dem richtigen Pfad waren aber wir hatten auch ehrlich gesagt keine Abzweigung entdeckt. Das erste Zeichen, dass wir auf über 2700 m und auf dem richtigen Weg waren kam wie gerufen!    Ich wusste, dass Congón auf 1700 m liegt, somit war klar, dass der Abstieg ordentlich in die Knie gehen würde. Und voilà, da waren wir: umgeben von feuchten Wolken  machten wir uns vorsichtig an den glitschigen Abstieg, der sich als verdammt tückisch herausstellen sollte! Die ganzen Steine die von der Feuchtigkeit nur so glänzten und gut rutschig waren und dann noch der hellrote Schlamm der anscheinend unsere Schuhe haben wollte!    

Irgendwann auf dem Weg kam uns ein Bauer mit seinem riesigen Bullen entgegen. Als wir fragten wie lange es denn noch bis nach Congón wäre, überlegte er kurz und meinte dann 10 min... Multipliziert das mal 4 und ihr habt die exakte Zeit! *lol* Ich glaube die Menschen hier achten nicht auf die Uhrzeit sondern gehen einfach nach Gefühl, daher ist es fast sinnlos nach einer Zeitangabe zu fragen 

Als wir dann endlich ankamen konnten wir es kaum glauben!    Jetzt hieß es im großen Stil ausruhen! Endlich die noch, oder schon wieder, feuchten Schuhe ausziehen und hinsetzen!  Und verdammt nochmal sitzen bleiben!! *hahaha* Die Knie schmerzten wie verrückt und meine Beine zitterten, dass ich mich sowieso nicht mehr aufrecht hätte halten können. Die Frau im Hostel machte sich gleich ans Kochen während wir von der heißen Dusche träumten, aber wir konnten einfach nicht aufstehen! Nach dem Essen waren wir so schläfrig, dass wir gleich dort am Tisch hätten einschlafen können. Doch der Schweiß und der Schmutz klebten überall und so rafften wir uns dann doch auf. Das war die beste heiße Dusche die ich je hatte, und sogar mit Ausblick!!   

Am nächsten Tag wollten wir eigentlich weiterziehen... Ja genau, eigentlich... *hahaha* Allein beim Gedanken daran fingen die Knie wieder an zu schmerzen. Obwohl ich mich komischerweise unruhig fühlte. Ich hatte das Gefühl, ich müsste laufen, mich bewegen! Stattdessen legten wir uns einfach wieder ins Bett und sonnten uns später auf einer Bank. Die Frau aus dem Hostel tat wirklich ihr bestes damit wir nie hungrig waren!  Aber so viel Reis konnte ich nicht verdrücken, schließlich hatten wir die letzten Tage nur ein kleines Frühstück und am Ende des Tages eine warme Mahlzeit zu uns genommen. Aber ich sag euch eins! Es tat sooo gut eine Flasche Wasser zu kaufen und die in wenigen Schlucken auszutrinken! Ohne sich Sorgen über die nächsten Stunden zu machen! 

Als die Frau gegen Mittag die schwarze Plastikplane mit den noch frischen Kaffeebohnen aus dem Haus holte um es auf der Straße auszubreiten, half ich ihr. Bis auf den Moment wo ich diese riesige haarige gebeinige Spinne vor mir sehe!  Panik stieg in mir hoch und ich ließ alles los und stolperte nach hinten. Den Quieker konnte ich grade noch runterschlucken!    Vor allem nach Australien hatte sich meine Spinnenphobie gebessert, aber so ein Monstervieh war einfach zu viel!  Die Frau hatte dann ein Stock geholt und hatte es mit drei Schlägen totgeschlagen. Das Vieh hatte es einfach über sich ergehen lassen, ohne sich zu rühren...

Dafür war das Kätzchen umso süßer    und die Sau auf dem Hof hatte sieben kleine Jungen in der Nacht geboren! 

Tag 7

Nach einer ziemlich unruhigen Nacht, ich hatte mir ständig vorgestellt, dass so eine Spinne unter der Bettdecke rumkrabbelt, sind wir früh aufgestanden. Es hieß nämlich, dass der letzte Rest bis nach Yumal (3300 m) 9 Stunden beträgt. Je mehr wir darüber nachdachten desto weniger Lust hatten wir loszulaufen. Wir mussten uns nur umsehen und wir konnten uns vorstellen, dass es hart sein würde. Es waren überall nur Berge zu sehen! Und wir mussten von 1700m bis 3300m laufen. Wir hofften einfach nur, dass der Weg nicht ganz so matschig sein würde! 

und die Sau auf dem Hof hatte sieben kleine Jungen in der Nacht geboren! Frühstück gab es um kurz nach sieben  und eigentlich wollten wir gleich darauf los, doch wir konnten uns so gar nicht aufraffen. Wir verquatschten uns bis um 9:00 Uhr somit war es praktisch klar, dass wir heute nicht mehr in Yumal ankommen würden. Doch die Hoffnung stirbt nie, wa? 

Nun, die ersten Schritte in den noch immer feuchten Schuhen waren mal wieder gewöhnungsbedürftig *haha* Wir waren die ganze Zeit in Schlappen rumgelaufen! Jedes Mal wenn es etwas bergab ging, brannten meine Waden wie verrückt. Die zwei Ruhetage schienen meinen Waden nicht gereicht zu haben. Sobald wir den kleinen Pfad entdeckten, der uns nach Yumal führen sollte, wa klar, dass das kein Zuckerschlecken sein sollte. Doch am Ende war es viel schwerer als wir es uns je hätten vorstellen können! Erst prallte die Sonne nur so auf uns nieder während der Pfad trocken vor uns lag doch dann, je höher wir kamen, desto feuchter wurde es in der Luft und natürlich war der Pfad auch davon betroffen. Wir stapften sozusagen zwei Schritte vorwärts und schlitterten einen halben zurück.  Und unsere Körper schienen davon ausgegangen zu sein, dass wir uns länger ausruhen würden, denn die Ausdauer schwand nur so dahin. Hätte ich gewusst, dass das so hart sein würde, hätte ich irgendeinen Ausweg gefunden mit einem Auto direkt zurück nach Chachapoyas zu kommen, egal wie! 

Jedenfalls schleppten wir uns die Berge hoch und machten hin und wieder eine Verschnaufpause. Am liebsten wäre ich sitzen geblieben, egal was das für Konsequenzen mit sich führen würde, ich konnte einfach nicht mehr, ich war fertig mit der Welt!  Aber es gab auch kein Platz um unser Zelt aufzuschlagen, überall ging es nur bergauf oder bergab oder aber die Vegetation wucherte aus dem Boden.  Also mussten wir zwangsweise weiterlaufen. Der Rucksack schien uns nach unten zu ziehen während die Beine brannten und die Knie schmerzten. Bei jedem noch so kleinen Fluss befürchteten wir nass zu werden doch am Ende schafften wir es über die glitschigen Baumstämme die als Brücke dienten. 

Bei jeder Verschnaufpause nutzten wir die Gelegenheit um etwas Süßes zu uns zu nehmen   , die Schmetterlinge zu bewundern            und dann ging es tiefer in die Wolken!   

Nach 7 viel zu langen Stunden, die meisten davon auf den Beinen, kamen wir auf 2600m an, in einer archäologischen Stätte genannt Lanche. Wir konnten kaum 15 meter vor uns sehen, die Wolken hingen so tief! Wir konnten nur eine Haussilhouette etwas weiter den Weg entlang ausmachen.  Als wir näher kamen bemerkten wir einen kleinen Hund und Hühner. Das hieße ja dann, dass im Haus Menschen leben, völlig abgeschieden von der Welt! Doch auch nach mehreren Rufen erschien niemand. Also schlugen wir unser Zelt auf und bereiteten für die Nacht alles vor. Das ältere Bauernpaar kam gerade von ihren Feldern zurück als wir unsere Schlafanzüge auspackten und luden uns zu einer heißen Suppe ein. Ein Glück! Denn wir waren völlig durchgefroren und Manos durch und durch nassen Füße taten schon weh! Nachdem wir mit den zweien gebetet und gesungen hatten, half jeder beim Kochen mit und nach dem Essen machten wir uns langsam aber sicher auf den Weg in unser Lager. Wir waren hundemüde!!

Der Mann hatte uns für den nächsten Tag versprochen uns durch die archäologische Stätte zu führen! 

Tag 8

Um 7:00 waren wir schon auf den Beinen  und fühlten uns völlig gerädert! Vom voherigen Tag taten uns noch alle Muskeln weh und allein der Gedanke ans Weiterlaufen ließ uns zusammensacken.

Nach einem gesunden Frühstück führte uns der Mann mit seiner Machete durch die alte pre-inka Stadt Lanche. Er zeigte uns die vielen runden Häuser mit ihren großen flachen Steinen auf denen sie damals, und heute noch in Dörfern, den Mais in Mehl verwandeln.  Außerdem entdeckten wir den schmalen Weg den sie damals benutzt hatten um aus der Stadt zu gelangen und auch die Stadtmauern waren teilweise noch gut in Schuss!   Von überall hingen Lianen herunter und Sträucher machten das Passieren schwer doch mit der Machete war es kinderleicht diese zu entfernen.  Er übergab uns auch Stücke der Wurzel eines Baumes genannt chichiwari oder so das einem hilft sein Blut zu reinigen.   Und die Aussicht vom Ausguck war mal wieder atemberaubend! 

Nach dem Mittagessen packten wir unser getrocknetes Zelt zusammen und machten uns schweren Schrittes auf den Weg.  Es hieß, dass es nur 2 1/2 Stunden bis nach Yumal sein sollten... Ja, multipliziere das mal zwei und du bist auf der richtigen Fährte!  Nicht mal der Fakt, dass wir ab Yumal ein Taxi oder ein Combi nehmen könnten motivierte uns zum weiterlaufen. Manchmal ließ ich mich mitten auf dem Pfad einfach auf meinen Rucksack fallen. Ich hatte einfach kein Kraft mehr! Und jedes mal wenn wir dachten, dass wir jetzt wirklich alle Berge bestiegen hatten, war ein neuer zwischen uns und unserem Ziel!!  Der Pfad war zwar gut sichtbar aber es ist keiner den du einfach mal so entlangschlenderst... Du musst über Felsen klettern, Sümpfe überwinden und dann ging es auch noch steil bergauf!  Wie bei einem Computerspiel mit den ganzen Etappen, nur dass es real life war! 

Als Manos dann irgendwann von irgendwo weiter oben etwas ausrief, ging ich davon aus, dass er Yumal endlich erreicht hatte. Ich also losgehechelt und siehe da! Ein kleines Schild auf dem Yumal geschrieben war, stand am Rande des Bergs...  Wir hatten tatsächlich die 3300 m erreicht!!! We can be heroes! Just for one day!!! Wir beschlossen die steinige Huckelpiste runter nach Choctámal zu laufen in der Hoffnung, dass ein Auto vorbeifährt und uns mitnimmt  Wenig später hielt ein Taxi und nahm uns mit, somit saßen wir zu viert eingequetscht auf der Rückbank, aber überglücklich!! In Choctámal versuchten wir nach María zu trampen aber wir wurden nur bis in das nächste Dorf gefahren, das reichte uns auch! Wir bedankten uns frohen Herzens und liefen los.  Nach einer Stunde kamen wir atemlos in María an, checkten in einem Hotel ein und gingen erst mal Burger essen!  Das war mehr als nötig! Ich brauchte Fett!! Anschließend kauften wir Schokolade und vorsichtshalber noch eine 12er Packung Muffins um ja nicht zuckerlos ins Bett zu müssen!  In der Nacht schlief ich tiiieeeeef und feeest! *seufz*

Tag 9

Der Tag verlief reibungslos und verglichen mit den letzten Tagen bewegten wir unsere Beine kaum. Gegen 10 Uhr standen wir bereits an der Straße um zu der archäologischen Stätte Kuélap zu kommen. Schließlich nahm uns eine Tourorganisatorin mit ihrer Gruppe mit. Wir besuchten also getrennt die Stätte (wir hatten ja schließlich nichts bezahlt)                   Anschließend fuhren mit ihnen zurück nach María um zu Mittag zu essen. Als die Organisatorin meinte sie könne uns auch bis nach Tingo fahren waren wir mehr as glücklich! 

Eigentlich hatten wir vor auch die Stätte Revash südlich von Tingo zu besuchen aber wir waren so fix und fertig und sehnten uns nach etwas normalität, dass wir, sobad wir in Tingo waren, entschieden zurück nach Chachapoyas zu fahren!

Nach drei Stunden Wartezeit nahm uns endlich ein Combibus mit und vor lauter Erschöpfung wurde mir so Speiübel. Aber ich konnte mich noch beherrschen 

Let the next crazy adventure come! But not too soon! 

Chachapoyas und Umgebung

Donnerstag, 26.06.2014

Chachapoyas ist ein schnuckliges Städtchen zwischen dem Amazonas und der Küste mit ca. 29000 Einwohnern. Die Suche nach einem fairen Zimmer war schwieriger als erwartet doch am Ende hatten wir Glück und bekamen ein kleines Zimmer in der Nähe vom Marktplatz. 

 Der Blick über die Häuser 

 Die alte Kirche droht entzwei zu brechen und keinen juckts :) 

El cañón Huancas

Neun Kilometer weiter nordöstlich von Chachapoyas befindet sich eine Schlucht, genannt Huancas, bei dem einem die Haare zu Berge stehen wenn man an der Kante steht!

   Wir hatten sogar Fossile auf dem Weg entdeckt. Die Steine wurden wohl bewusst in den gepflasterten Weg mit eingebaut

 Der Blick in die Weite...  I believe I can fly!

El pueblo de los muertos

Wir hatten unsere großen Rucksäcke nur mit dem nötigsten bepackt und dennoch waren sie viel zu schwer um den Pfad entlang des Bergs hochzulaufen. Nach drei langen Stunden kamen wir noch rechtzeitig bei der Lagune an bevor uns die Nacht einholte. 

Am nächsten Tag sind wir nach einem süßen Frühstück gleich los. Unser Zelt mitsamt Rucksäcken ließen wir zurück, wer kann es entdecken? Manos hatte einen provisorischen Tarnschutz aufgebaut   

Auf dem Weg machten wir Bekanntschaft mit sehr interessierten wilden Pferden  . Außerdem entdeckten wir den 771m langen Wasserfall Gocta auf der anderen Seite der Schlucht  und eine enorme Agave, wenn es denn eine ist    . Die Aussicht war atemberaubend!    . Der Fluss der im Hintergrund zu sehen ist nennt sich Utcubamba oder auch Utkupampa, utku bedeutet Baumwolle und pampa steht für Ebene. An den Flussufern wurde vor nicht allzu langer Zeit Baumwolle bewirtschaftet. Und Orchideen sprießen hier nur so aus der Erde, zu schade, dass sie nur im Dezember blühen  

Und dann sahen wir sie: die Mauern die vor 2700 Jahren von den chachapoyas erbaut wurden! Die einen sagen, dass sie dort nur während der Ernte gelebt haben und andere wiederum nehmen an, dass diese Häuser nur während einer Bestattung bewohnt wurden  . Denn es wurden auch Sarkofage entdeckt wo die Körper in Embriostellung verstaut wurden 

Diese Sarkofage waren zu der Zeit üblich da mehrere davon in der näheren Umgebung gefunden wurden, wie z.B. in Léngate (nur wenige Kilometer vom Pueblo de los muertos entfernt). 

Nach dem langen Ausflug ging es zurück zur Lagune wo wir uns gleich ans kochen machten: Pasta mit Tomatensauce, Soyafleisch und Gemüse!  Da läuft mir das Wasser doch gleich wieder im Munde zusammen *hahaha*  

Und am späten Abend begrüßten uns die unzähligen Glühwürmchen sodass man meinen könnte man befände sich im Nachthimmel: der atemberaubende Sternenhimmel von oben und die blinkenden kleinen Lichter um einen herum in der Dunkelheit. Traumhaft!

 La catarata de Gocta

Nachdem wir uns in Lámud bei Roxana fast zwei Wochen ausgeruht hatten, sind wir mit zwei deutchen Mädels zurück nach Chachapoyas um am nächsten Tag den Wasserfall Gocta zusammen zu besuchen.

Wir sind insgesamt 23 km gelaufen, wie so oft auf und ab, doch so langsam gewöhnen wir uns dran!  Aber dadurch, dass wir in Lámud so viele Süßigkeiten verzehrt haben (der Kuchen dort ist einfach unverbesserlich!), waren wir wieder gut aus der Übung! *hahaha*

Der Wasserfall ist der drittgrößte auf der ganzen Welt und misst 771m. Wenn man davor steht fühlt man sich winzig klein während man von den vom Wind verwehten Tröpfchen abgekühlt wir  Die Erfrischung kam wie gerufen denn das Klima war dem im Regeneald sehr nahe, sodass uns bei unserem Tempo das T-Shirt nur so am Leibe klebte. Als wir am Wasserfall ankamen badete sogar eine Gruppe Engländer... 

Staunt selbst!

 Da möchten wir hin! Und ich sag euch eins: die Distanz täuscht!

 Ein Gruppenfoto auf der schwingenden Brücke 

 Eine sehr interessante Felsformation... Man-made?!

 And the winner aaarrreeeee... Manos and Paula! Wie kann man nur bergauf eine Konversation führen und zur gleichen Zeit schnell laufen? 

   WHOOOOHOOOO!!

   

 Auf dem Rückweg fanden wir Einwohner die frischen Zuckerrohrsaft verkauften. Das hat sooo gut getan!! Und Manolito wollte auch mal 

Der Grenzübergang "La Balsa"

Donnerstag, 19.06.2014

Wir nahmen den ersten Bus um 6:20 Uhr der in der Regel von Vilcabamba nach Zumba fuhr. Ja denkste!  Dadurch, dass es nach der Regenzeit weiterhin sehr viel geregnet hatte, waren einige "Haupt"strassen zerstört. Es ist ja nicht so, dass die Busfahrer hier pingelig wären... Bevor der Bus in einem entlegenen Dorf endgültig halt machte, da die Strasse über die Berge auf Grund von Schlammerosionen völlig zerstört wurde, hatten wir bereits mehrere Flüsse überquert und waren fast im tiefen Schlamm stecken geblieben. Und die kleinen Brücken, die bei der Überquerung zu brechen schienen, und der reissende Fluss darunter, erwähn ich am besten erst gar nicht 

Im Anschluss ging es dann mit einem geteilten pick-up Taxi hoch in die Berge, denn die alte Strasse nach Zumba schien noch befahrbar zu sein, allerdings nur von PKWs da diese sehr schmal ist. Das war vielleicht eine Erlebnisfahrt! Mindestens zwei Mal war ich mir 100% sicher, dass wir umkehren müssten weil ein Teil der Strasse einfach weggebrochen oder überflutet war. Doch der Taxifahrer stieg nur kurz aus, schaute sich die Situation genauer an und fuhr dann weiter  Hin und wieder schaute der Fahrer in den Rückspiegel, vielleicht um sich zu vergewissern ob wir nach den ganzen Schlaglöchern noch ganz waren oder vielleicht war ich etwas blass geworden *haha* Naja, 5:30 Uhr ist nicht unbedingt eine humane Zeit und dann der ganze Trubel... 

Nachdem wir nach einer peruanischen Stunde (2 1/2 Stunden) endlich in Zumba ankamen durften wir eine weitere Stunde auf den nächsten Bus warten der uns direkt bis an die Grenze fahren sollte. Ein Moment, ich zeig euch mal den Bus. Dann habt ihr ansatzweise eine Idee wie die Weiterfahrt war...   Ich glaube sogar, nein ich bin mir sicher, dass es auf dem Weg zum Grenzübergang mehr Schlaglöcher gab als auf der vorherigen Fahrt. Und das schien schon fast unmöglich! Dadurch, dass die Sitze auch noch gepolstert waren, was in der Regel wahrlich angenehmer ist, wurden wir bei jeder Gelegenheit hin- und hergeschleudert. Ich möchte gar nicht wissen wie viele Nervenzellen ich auf dem Weg schon verloren habe... *hahaha* Ach ja, wir mussten auf der Fahrt auch ca. eine halbe Stunde warten bis die Strasse wieder erneuert wurde und wir passieren konnten   Das schien für die anderen Passagiere so normal zu sein wie wenn wir in Deutschland eine rote Ampel vorfinden 

Da waren wir natürlich umso glücklicher als wir endlich in La Balsa waren!  Abreisestempel aus Ekuador problemlos bekommen, die Brücke überquert und rein in das peruanische Einreisebüro um den nächsten Stempel zu bekommen. Das zog sich etwas in die Länge da er von Manos griechischem Reisepass völlig fasziniert war! Ihr müsst wissen, dass sein Reisepass Wasserzeichen mit Sehenswürdigkeiten aus Griechenland besitzt  Als wir ein paar Schritte weiter in das Polizeibüro traten, um das ausgefüllte Formular abzustempeln, fanden wir folgende Situation vor: von aussen schon hörte man laute spanische Musik und jemand der lauthals mitsang. Ganz klar, das war der Polizeibeamte, da war sonst niemand anderes. Als wir eintraten wechselte er den Song. Jetzt war der US raper Eminem an der Reihe. Kurz angebunden bat er uns Platz zu nehmen, nahm unsere Formulare, registrierte uns im System während er dezent zum Song rapte und gab uns die abgestempelten Formulare zurück. Kaum waren wir draussen prusteten wir los! Der absolute Hammer!! So etwas sieht man selten und in Europa schon gar nicht! *hahahahaha*

Vilcabamba, ein verschlafenes Örtchen

Mittwoch, 18.06.2014

Von Vilcabamba sagt man, dass es ein recht spiritueller Ort ist. Hier sollen öfter UFOs gesichtet worden sein als anderswo und auch eine Australierin berichtete mir, dass sie eine sehr unangenehme Situation in ihrem Schlafzimmer erlebt hat. Das ist wohl auch der Grund weshalb die Einwanderungszahlen der Amis in den letzten Jahren rapide gestiegen ist. Nun, wir konnten nachts ruhig schlafen ;-))

In Vilcabamba haben wir sehr interessante Abende gehabt. Wir hatten außer der Australierin auch einen Ekuatorianer, ein kanadisches Pärchen und einen etwas skurrilen Amerikaner kennengelernt. Der Amerikaner berichtete uns unter Einfluss von Zuckerrohr-Schlangen-Alkohol  von mehreren top-secret Projekten in den USA und auch, dass es unter der peruanischen Stadt Puno eine Außerirdischenbevölkerung gibt, die unter der Erde lebt und er eingeladen worden sei. Ich muss sagen, das waren wirklich lustige Abende :))

Da unser Visum für Ekuador bald abgelaufen wäre, sind wir nur drei Nächte geblieben. Am letzten Tag haben wir den ersten Bus um 6:20 Uhr in Richtung Grenze genommen und ich kann euch sagen, das war ein Erlebnis das man so schnell nicht vergisst! :))

                   

Cuenca

Montag, 16.06.2014

Die Ankunft in Cuenca begann schmerzhaft. Nach einer zweistündigen Suche nach einer komfortablen und dennoch preiswerten Bleibe übersah ich den Bordstein und knickte mir mit ca. 20 kg auf dem Rücken meinen linken Fuß um. Meine Güte, war das ein Schmerz! So einen plötzlichen und stechenden Schmerz hab ich in meinem Leben noch nicht gefühlt! Da ich nach wenigen Minuten bereits weiterhumpeln konnte machte ich mir keine großen Gedanken. Doch nach einer sehr schmerzvollen Nacht bin ich am nächsten Morgen dann doch zum nächsten Krankenhaus um mich untersuchen zu lassen. In den Unterlagen hat der Arzt bei "grupo social" weiße notiert *hahaha* Da hätte er ja gleich gringa reinschreiben können xD Aber es ist noch mal alles gut gegangen, es ist nichts gebrochen! :)

Cuenca besitzt viele Kirchen und eine große Kathedrale. Außerdem kann man an jeder Ecke Straßenkunst bewundern. Des Weiteren gibt es in Cuenca mehrere Museen aber wir haben nur el museo del banco central, el museo de la cutlura aborígena und el parque ecológico besucht wo sich die Inkas ausgetobt haben :) Von der Inkastätte und dem kleinen Museum der indigenen Kultur lade ich euch Fotos hoch aber im grossen Museum war das Fotografieren leider untersagt :-/

Die Strassen Cuencas

       

El museo de la cutlura aborígena

         

El parque ecológico

           

Die Inkas und ihren Hang zur Sonne

Freitag, 13.06.2014

Auf dem Weg von Baños nach Cañar: eine Erlebnisfahrt! :)

Cañar ist ein kleiner Ort in den Bergen der größtenteils von indigenen Einwohnern bewohnt wird. Auch hier gibt es einen kleinen Markt, wie in fast jedem ekuatorianischem Ort *hehe* Ehrlich gesagt sind wir da nur gelandet, weil wir Ingapirca besuchen wollten, daher sind wir auch nicht viel länger als 3 Nächte geblieben :)

Das Kaffee-Dilemma :)) Manos war der komplette Instant-Kaffee aus der Dose gerieselt, schön zwischen alle frisch gewaschenen Kleidungsstücke. Mhhh hat das geklebt! :))

 

Ingapirca ist eine Inka-Stätte in der Nähe von Cañar und bedeutet die Arbeit (=pirca) der Inka (=inga). Die Ruinen besagen, dass sie dort Mais getrocknet, zermalmt und zu Alkohol verarbeitet haben. Außerdem hatten sie einen Mondkalender nach dem sie sich in Sachen Anbau und Ernte gerichtet haben. Und der Sonnentempel hat mit Hilfe seines Eingangs als Sonnenuhr fungiert, sodass der Prinz und der König, die im Tempel saßen, bestimmen konnten wann u.a. das Erntedankfest stattfindet. Um den Tempel herum durften sich nur Priester mit ihren Dienern und Inkas mit königlichem Status aufhalten.

 Leider ist es ungewiss wie die Inkas die Steinbrocken damals so präzise formen konnten. Es ist wirklich faszinieren! Und dann sind die nach außen hin auch noch wie Kissen geformt! O.o

Der Sonnentempel ist im Hintergrund zu erkennen  Die Steine wurden Stück für Stück wieder zurück zur Stätte gebracht, nachdem sie für den Bau von Häusern und Kirchen genutzt wurden

Das Inka-Haus ist wegen seiner Form gegen Erdbeben geschützt 

Der Sonnentempel, oder was davon übrig geblieben ist..  

Der obere Stein ist enorm! Wie haben die Inkas das nur geschafft?! 

Auf dem Weg zum Inka-Gesicht haben wir uns beim Anblick dieser knuffigen indígenas an unsere harte Farmarbeit erinnert  

Das Inka-Gesicht. Wissenschaftler streiten sich darüber ob das von Menschen als Erinnerung für die Inkas geschaffen wurde oder ob die Natur so freundlich war. Nichtsdesttrotz, ein Prachtexemplar!

Auf dieser Seite werden lediglich die 10 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.